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VSL-Event zeigt konkrete Anwendungsfälle von KI in der Logistik

Zeit und Kosten sparen, Fehler vermeiden, Mitarbeitende entlasten, Kunden schneller bedienen – beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Logistik lassen sich zahlreiche positive Effekte realisieren. Das zeigte eine Infoveranstaltung des VSL NRW am 29. September im Zusammenspiel mit der Digitalspedition Cargoboard und der garage33, einem Gründungs- und Innovationszentrum der Universität Paderborn. Den Auftakt machten Prof. Sebastian Vogt, Direktor der garage33, und VSL-Projektmanager Milan Vollack mit einer kurzen Begrüßung der Teilnehmenden.

Bei allen offensichtlichen Vorteilen: Ein Selbstläufer ist die KI nicht, wie die Vorträge zeigten. Im Vorfeld gilt es jede Menge Daten zu sammeln und zu strukturieren, die Mitarbeitenden mitzunehmen und ein entsprechendes Mindset aufzubauen. „Die KI hilft uns dabei, produktiver zu werden – und unsere erste Assoziation ist, dass wir ersetzt werden“, brachte es Dr. Tim Brühn auf den Punkt, CEO bei Cargo Digital World, einem Start-up Accelerator für innovative junge Unternehmen aus der Logistik. Statt zu fragen, was durch KI ersetzt wird, empfiehlt er zu fragen, welche neuen Geschäftsmöglichkeiten sich mit ihr eröffnen. Für ihn ist auch klar, dass KI im Unternehmen Chefsache sein muss. „Man kann die KI-Transformation nicht delegieren.“

Die Referenten deckten ein breites Themenspektrum an Einsatzfeldern für die KI ab: Sebastian Heise, Geschäftsführer von Graphmasters, erläuterte die Potenziale bei der Tourenplanung. Zugleich vermittelte er den Teilnehmenden eine Vorstellung davon, welche Hausaufgaben erst zu machen sind, um überhaupt saubere Daten und präzise Ergebnisse zu erhalten. Als Einstieg in die KI bietet sich laut Olga Lysak, Geschäftsführerin von Lemberg Solutions, die Automatisierung von repetitiven Prozessen an. „Sie ist sinnvoll, vergleichsweise einfach zu verstehen und günstig in der Umsetzung“, empfahl sie und lieferte konkrete Beispiele für den KI-Einsatz im Flottenmanagement, bei der Auslese von Sicherheitsdatenblättern und beim Erstellen von Intrastat-Meldungen.

Eine Digitalspedition tut sich von Haus aus leichter mit KI-Anwendungen – wie in den Vorträgen von Cargoboard-Geschäftsführer Lukas Petrasch und Cargoboard KI-Engineer Stefan Rose deutlich wurde. Vor acht Jahren war das Unternehmen mit der Mission gestartet, die Abwicklung von Lkw-Transporten ebenso einfach wie Hotel- oder Flugbuchungen zu machen. Inzwischen beschäftigt Cargoboard mehr als 100 Mitarbeitende und steht an der Umsatzschwelle zu 100 Millionen Euro. „Seit zweieinhalb bis drei Jahren setzen wir intensiv KI ein“, berichtete Lukas Petrasch. Einen konkreten Beitrag zur Entlastung der Beschäftigten liefert Emma. Emma ist ein Mail- und Telefonbot. Er kann in die Systeme blicken, sich alle Informationen ziehen und Antworten – etwa zum Sendungsstatus – automatisiert vorbereiten. „Am Ende prüft das aber noch ein Mitarbeiter“, sagte Stefan Rose. Doch der Mailbot lernt schnell: Waren vor anderthalb Jahren noch 20 Prozent der Vorschläge für Mails an die Kundschaft fehlerfrei, liegt die Quote schon bei 60 Prozent. Auch der Telefonbot performt immer besser. Kunden bei Cargoboard bekommen bei Bedarf aber auch noch echte Menschen ans Telefon.

Beim anschließenden Networking bei Snacks und Getränken ließen die Teilnehmenden den informativen Nachmittag in angenehmer Atmosphäre ausklingen und nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Der VSL NRW bedankt sich bei allen Teilnehmenden.