Partnerschaften auf Augenhöhe, Vertrauen und Transparenz sind in einem unsicheren wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld wichtiger denn je. Was starke Partnerschaften ausmacht, zeigte sich am 28. Mai beim Logistikdialog Rheinland unseres Mitgliedsunternehmens HGK in Köln.
Starke Verbindungen machen den Unterschied. Gemeinsam und mit verlässlichen Partnern bewältigt man Krisen und Herausforderungen. Diese Erkenntnis zog sich wie ein roter Faden durch den 4. Logistikdialog Rheinland der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) am Donnerstag. Der VSL NRW wirkte erneut als Netzwerkpartner an der Veranstaltung mit, die im KölnSKY über den Dächern der Stadt stattfand und eine Plattform für rund 230 Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und der Logistik bildete.
„Die Zukunft entscheidet sich nicht im Alleingang, sondern durch starke Verbindungen“, betonte Markus Krämer, CEO von HGK Logistics and Intermodal. Starke Verbindungen sind für ihn die Antwort auf geopolitische Spannungen, Handelskrisen und Energieschocks, die sowohl die Gesellschaft als auch die Wirtschaft belasten.
Allerdings gibt es auch bei starken Verbindungen noch Luft nach oben. Markus Krämer spürt immer noch eine gewisse Distanz und würde sich mehr Nähe, Offenheit und Vertrauen wünschen. Das gilt für ihn zwischen Verladern und Logistikern, aber auch innerhalb der Logistikbranche. „Es muss nicht jeder sein eigenes Schiff oder seine eigene Lokomotive haben“, sagte er. Der Schlüssel liegt für ihn in der Zusammenarbeit.
Unser Vorstandsmitglied Max Anton Schmirler, Geschäftsführer von AStrans aus Bottrop, sprach sich in einem kurzen Impuls ebenfalls für gute und verlässliche Partnerschaften aus. „Wichtig ist, dass es stabile Verbindungen gibt und man nicht alles auf den Logistiker abwälzt“, sagte er. Trotz aller Herausforderungen, auch mit Blick auf die in die Jahre gekommene Verkehrsinfrastruktur, gibt er sich optimistisch: „Unsere Speditionsleistungen sind wie Wasser, sie finden immer ihren Weg“, erklärte der Unternehmer.
Dr. Sebastian Schulte, CEO des Motorenherstellers Deutz aus Köln, pflichtete ihm bei. „Chapeau an alle Logistiker, ihr unterstützt uns, um den Laden am Laufen zu halten“, würdigte er und brach eine Lanze für die Logistikbranche. Denn bei allen Strukturen und Kostenproblemen, unter denen der Standort leidet, profitiert er doch ganz erheblich von einer leistungsfähigen Supply Chain.
„Wir sind schneller, innovativer und kreativer als andere“, führte der Manager aus. Deutz sei nicht dafür bekannt, die billigsten Motoren zu bauen. „Aber wir bekommen es hin, sie zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Stelle zu liefern.“ Dazu trage auch der KI gesteuerte Logistikhub seines Unternehmens in Köln und die Nähe zum Flughafen Köln Bonn bei, der kein striktes Nachtflugverbot hat – auch das ein klarer Standortvorteil für Dr. Schulte.
Groß waren die Erwartungen aus dem Publikum an CDU-Verkehrspolitiker Carl Phillip Sassenrath, der neben IHK Präsidentin Dr. Nicole Grünewald und Ökonom Prof. Torsten Schmidt an einer Podiumsdiskussion mitwirkte. Ein Dorn im Auge ist den Unternehmern unter anderem der bürokratische Aufwand rund um die unterschiedlichen Berichtspflichten zur Lieferkette und Nachhaltigkeit. Wenig Verständnis gab es auch für die unzureichende Finanzierung der Infrastruktur, wo die Bundesregierung doch ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen beschlossen hatte, um sie auf Vordermann zu bringen.
Der CDU Mann aus Neuss, der seit einem Jahr dem Bundestag angehört, warb um Geduld. Es brauche Reformen, sei es mit Blick auf die Sozialversicherung, die Bürokratie oder die Verkehrsinfrastruktur. „Es gibt nicht den einen Befreiungsschlag, sondern es braucht Zeit.“ Er könne die Ungeduld der Menschen verstehen.
Wo die Politik ansetzen muss, zeigte sich beim Logistikdialog Rheinland deutlich. TV Journalistin Gesa Eberl, die als Moderatorin durch den Abend führte, band das Publikum ein und wollte wissen, welches der größte Hebel ist, damit das Rheinland wieder in Richtung Wachstum kommt. An erster Stelle mit knapp 60 Prozent der Stimmen genannt: weniger Bürokratie und verlässlichere politische Rahmenbedingungen.
Das zeigt: Neben starken Partnerschaften braucht es auch einen stabilen Rahmen, innerhalb dessen sich die Unternehmen erfolgreich bewegen können.
Fotos: HGK/Constantin Ehrchen, VSL NRW